Soziales

Sozialfotografie - viel mehr als nur ein Wort?

Was bedeutet eigentlich Sozialfotografie? Zugegeben: meiner Familie und mir geht es immer noch vergleichsweise gut. Und dies zur einer Zeit, in der die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht. Aber so sehr wir es uns auch in unserer Komfort-Zone bequem gemacht haben – es gibt keine Garantien dafür, dass dies auch auf Dauer so bleibt.
So macht es durchaus Sinn, den momentanen Status Quo als ein äußerst großzügiges Geschenk wertzuschätzen. Dankbarkeit und auch Demut sind Begriffe, die mir in diesem Zusammenhang einfallen.

Liegt es dann nicht auch nahe, dass – jeder für sich und im Rahmen seiner Möglichkeiten – für einen persönlichen Lastenausgleich sorgt? In dieser kalten und hektischen ‚meine-Interessen-zuerst-Zeit‘ ist es doch ganz besonders angebracht, mit einem gesunden Maß an Empathie durch’s Leben zu gehen und selbst aktiv zu helfen oder aber indirekt, Hilfsorganisationen zu ermöglichen, auch weiterhin im Dienst der guten und mehr denn je wichtigen Sache tätig zu sein. Und noch einmal das Albert Schweitzer Zitat:

"Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinaus gibt, geht nicht verloren!"

Weiter unten auf dieser Seite möchte ich Hilfsorganisationen und Projekte vorstellen, die mich ganz persönlich überzeugt haben, wirklich Großes im Dienste der Menschheit und der Menschlichkeit zu leisten. Diese Liste hat – natürlich – absolut keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es kann nur eine kleine, subjektiv getroffene Auswahl sein und natürlich gibt es daneben noch eine ganze Menge überaus seriös und engagiert agierender Organisationen. Schauen Sie sich doch einfach auch mal selber um … Eines noch: häufig geht es um Leben von Menschen, die nicht das Glück hatten, in eine privilegierte Gesellschaft hineingeboren worden zu sein! Gerade in Zeiten, in denen Macht und Geld die Welt zu regieren scheinen, sind es die kleinen Gesten und Geschenke, die ein globales Umdenken in Gang setzen können.

Sozialfotografie Herz

Sozialfotografie bringe ich zu allererst mit dem Namen Sebãstiao Salgado in Verbindung, dessen Leben und Werk in Wim Wenders‚ Film „Das Salz der Erde“ auf ganz wunderbare Weise vorgestellt wird. Ein außergewöhnlicher Film, unbedingt empfehlenswert. Nicht nur für Fotografen.
Für mich bedeutet Sozialfotografie, den Fokus auch dorthin zu richten, wo es weniger Licht gibt. Aber auch dorthin, wo Menschen immer wieder ihren Dienst für unsere Gesellschaft leisten und sich selbst viel weniger wichtig nehmen, als sie tatsächlich sind. Die ‚Stillen Helden‘, sind es, ohne die unsere

ohne Honorar fotografieren

Gesellschaft wohl nicht funktionieren würde. Von diesen tollen Menschen werde ich immer gerne berichten und sie natürlich ohne Honorar fotografieren. Wer ‚Stille Helden‘ kennt, kann mir gerne schreiben oder mich anrufen.
Aber selbst, wenn Sie keine Person benennen möchten oder können, freue ich mich über Ihre Geschichten, die von den echten Stützen unserer Gesellschaft erzählen. Ich freue mich über jede Story und werde ihr auf meiner Homepage einen speziellen Platz einräumen, natürlich auch gerne datenschutzkonform anonymisiert 😉

Ein Beispiel für Sozialfotografie: die Organisation "Dein Sternenkind":

Logo Dein Sternenkind Sozialfotografie

Diese Hilfsorganisation setzt den Begriff Sozialfotografie wortwörtlich in die Tat um. Und weil ich mittlerweile auch ein Teil dieser Gemeinschaft bin, stelle ich unsere Arbeit von hier einmal etwas ausführlicher vor. Bitte berichten Sie doch auch in Ihrem Umfeld von ‚Dein Sternenkind‘

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Die Story

'Die wichtigsten Fotos überhaupt'

Es folgt meine ganz persönliche Sternenkinder-Geschichte.
Gegen Ende 2018 las ich den folgenden Artikel in der Rheinischen Post: „Lilli, * 14.2.2017, † 10.2.2017“

Der Titel des Artikels hat mich irritiert, dachte ich zunächst an einen Druckfehler. Vielleicht hat genau diese vermeintliche Unregelmäßigkeit mein Interesse geweckt; ich weiß es nicht mehr. Ganz genau weiß ich aber noch, dass ich schon beim ersten Lesen des Artikels eine innere Verbundenheit zu dieser Organisation verspürt habe. Voller Respekt vor der Arbeit der ehrenamtlichen Unterstützer von ‚Dein Sternenkind‘ sah ich gleich auch die Notwendigkeit ihres Tuns. Es gab aber auch eine stark zweifelnde Stimme in mir. Ganz oft stellte ich mir in diesen Tagen die Frage, ob ich diese Arbeit überhaupt leisten könnte. Ob das mir oft nachgesagte, hohe Maß an Empathie mir in diesem Ehrenamt nicht sogar zur Falle wird.

Der Entschluss reift heran

Immer wieder bin ich auf der Homepage von Dein Sternenkind gelandet, habe mir Artikel durchgelesen und habe mich dann gefragt, ob ich bereit für diese Arbeit bin. Dass ich sie irgendwann machen würde, war mir, zumindest tief im Inneren, schon zu dieser Zeit klar. Nach etwa zwei Monaten war der Entschluss dann gefasst: ich werde mich bewerben und den längst überfälligen Schritt gehen. Es gibt verschiedene Videos auf der Homepage der Organisation, die mich auf meine künftigen Einsätze vorbereitet haben. Nicht nur überaus nützlich, sondern auch verpflichtend.

Nach der Aufnahme als Fotograf, aber noch vor dem ersten Einsatz, hatte ich mir ein beachtiches theoretisches Wissen zur Thematik angeeignet. Und doch machte sich bei meinem ersten Einsatz Angst und Unsicherheit in mir breit und viele Fragen schwirrten mir durch den Kopf: wie gehe ich mit den Eltern und mit den Angehörigen um? Kann ich mich überhaupt aufs Fotografieren konzentrieren und falls dies tatsächlich gelingen sollte: werden die Fotos den Eltern irgendwann nützen können und sie auch technisch als Dokument der Erinnerung geeignet sein? So viele Fragen beschäftigten mich. Doch all dies zählte nicht mehr, als es dann tatsächlich soweit war.

aktive Sozialfotografie: der erste Einsatz

Ich sah die stille Verzweiflung, die Ohnmacht der Angehörigen. Dieses Verhalten zeigt der Mensch wohl nur in absoluten Ausnahmesituationen. Ein großes Stück weit zum Selbstschutz fast nur noch rein mechanisch ‚funktionierend‘. In jenen ersten Momenten wusste ich: ja, das kann ich! Und ich hatte die wichtige Erkenntnis, dass ich meine Arbeit nicht für diesen Moment mache, sondern für eine Zeit irgendwann in der Zukunft der trauernden Angehörigen. Dann, wenn sie das Gefühl haben, dass sie meine Fotos brauchen. Ob und wann dieser Zeitpunkt kommt, werde ich in den meisten Fällen nicht erfahren.

Sozialfotografie - mein Fazit und Ausblick

Dies ist auch nebensächlich. Wichtig ist, dass die Fotos der Sternenkind-Fotografen überhaupt existieren. Denn es gibt keine zweite Chance … Aus diesem Aspekt heraus sind die Fotos, die ich für die Eltern der Sternenkinder mache, die wichtigsten Fotos überhaupt.

Hilfsorganisation Dein Sternenkind sw Foto
© DeinSternenkind.org - all rights reserved

Es sind mittlerweile 12 Sternenkind-Einsätze geworden und einer, in dem die junge Mama kurz nach der Geburt zu den Sternen ging. Ein besonders tragischer Einsatz und zugleich auch mein erster überhaupt. Diese Momente werde ich wohl nicht so schnell vergessen.

Kein Call ist wie der andere – natürlich nicht. Mittlerweile kann ich sagen, dass ich eine für mich passende Art, die Fotografie anzugehen, gefunden habe. Routine ist bei diesen 13 Einsätzen nicht ansatzweise entstanden. Dies wird sicher auch nicht passieren.

© DeinSternenkind.org – all rights reserved

Sicher: am Anfang meiner Tätigkeit für ‚Dein Sternenkind‘ wollte ich helfen, für andere Menschen das tun, von dem ich überzeugt bin, dass es ihnen hilft. Ganz schnell habe ich jedoch festgestellt, dass es tatsächlich ein gegenseitiges Geben und Nehmen ist. Die Dankbarkeit der Eltern, die sich in Blicken, Gesten, Worten oder Taten ausdrücken kann, gibt viel mehr zurück als ich geben kann. Auch Hebammen, das Pflegepersonal sowie Ärztinnen und Ärzte in den Krankenhäusern unterstützen uns in den meisten Fällen. Dies ist, gerade angesichts knapp bemessener Zeit,  längst nicht selbstverständlich.

Sternenkind-Fotos kosten die Eltern keinen Cent!

Ach ja, da gibt es noch etwas, worauf ich  an dieser Stelle hinweisen möchte: alle aktiven Helfer von ‚Dein Sternenkind‘ arbeiten komplett ehrenamtlich. Das sind zur Zeit 8 Organisatoren einschließlich Gründer Kai Gebel, 18 Koordinatoren und ca. 600 Fotografen. Tendenz glücklicherweise steigend. Wir sind in Deutschland und Österreich tätig, dazu noch in den Grenzregionen der Nachbarstaaten, wie zum Beispiel Luxemburg. Eben diese Menschen stellen Dein Sternenkind Tag für Tag Zeit, Ausrüstung und Know-How zur Verfügung. Daneben erbringen sie immer wieder Geldleistungen für Fahrtkosten, Parkgebühren, Datenträger für Fotos, Druckkosten, Porto und Verpackung usw. Natürlich freuen wir uns auch sehr über Unterstützung von Menschen, die nicht aktiv bei uns mitmachen können, aber schon die Wichtigkeit dieser Form der Sozialfotografie erkennen. Es gibt viele  Möglichkeiten zu helfen:

Was fehlt?

Einschlagdecken und Babykleidung in sehr kleinen Größen, USB-Sticks für den Versand der digitalen Fotos an die Sterneneltern, dezentes, dem Anlass entsprechenden Verpackungsmaterial, Anzeigen kostenlos in Printmedien schalten, 1,55€-Briefmarken für den Versand oder natürlich gerne auch kleine (oder große) Geldbeträge spenden.

Ihr soziales Engagement

Sie möchten helfen? Dann nehmen Sie doch gleich Kontakt zu Dein Sternenkind auf. Sehr gerne gebe auch ich Ihnen Auskunft zu den Möglichkeiten, unsere Organisation zu unterstützen.

Daneben freuen wir uns selbstverständlich auch darüber, dass Sie in Ihrem Umfeld von unserer Arbeit erzählen, Links weiterleiten oder zu Krankenhäusern, die uns noch nicht kennen, einen Kontakt herstellen.

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Für alle Ihre Hilfen danken wir Ihnen von ganzem Herzen!

Sozialfotografie Dein Sternenkind
© DeinSternenkind.org - all rights reserved

So funktioniert Dein Sternenkind

Organisation DeinSternenkind
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Hier könnte Ihre Organisation stehen. Bitte schreiben Sie mich an.

Soziale Fotografie und was sie für mich bedeutet

Nochmal zurück zur leicht provokant gestellten Frage am Anfang:

Sozialfotografie ist sehr viel mehr als nur ein Wort!

Sie ist eine innere Haltung. Sie blickt über den Tellerrand hinaus. Sie ist Instrument aller Hilfsbedürftigen im weitesten Sinne. Sie sensibilisiert sie die Gesellschaft für ihre Themen. Sie verspricht und hält Versprechen. Sie ist präsent. Immer. Überall.

Natürlich kann meine Linse nicht überall dort herhalten, wo es nötig ist. Für die hier vorgestellten Organisationen aber, werde ich ohne Honorar fotografieren. Versprochen.

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